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Namensgeber John von Neumann

John von Neumann-Büste am JSCJohn von Neumann-Büste von der Künstlerin Gabriela Bollobas
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Mit der Namensgebung für das NIC würdigen das Forschungszentrum Jülich und die Stiftung Deutsches Elektronen-Synchrotron die großen wissenschaftlichen Leistungen John von Neumanns in der Computerwissenschaft und Mathematik und seine wirkungsvollen Impulse auf die Anwendungen des Computers bei komplexen wissenschaftlich-technischen Fragestellungen. Das breite Spektrum seiner wissenschaftlichen Interessen berührte ganz unterschiedliche Naturwissenschaften und reichte von der Automaten- und Spieltheorie über Quantenmechanik zur Hydrodynamik und Ballistik. Ohne Zweifel haben sein Besuch und sein Vortrag im September 1954 bei der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften auf Einladung des Gründervaters des Forschungszentrums Jülich, des Staatssekretärs Leo Brandt, die Gestaltung von Mathematik und Computing in dem im Jahre 1956 gegründeten Jülicher Forschungszentrum nachhaltig beeinflußt.

John von Neumann wurde am 28. Dezember 1903 - als Neumann Janocz - in Budapest geboren. Schon als Gymnasiast glänzte er durch mathematische Leistungen und veröffentlichte mit 17 Jahren seinen ersten mathematischen Artikel. Parallel zu seinem Studium der Chemie in Berlin und Zürich promovierte er mit 23 Jahren in Mathematik an der Budapester Universität mit Bestnote.

Nach Tätigkeiten in Göttingen als Stipendiat der Rockefeller-Stiftung (bei Prof. Hilbert) und als jüngster Privatdozent an der Universität Berlin sowie an der Universität Hamburg folgte er 1930 einer Einladung nach Princeton, USA, wo er nach Vorlesungen an der Universität schließlich 1933 zusammen mit Albert Einstein, Hermann Weyl und weiteren bedeutenden Mathematikern und Physikern in das neugeschaffene Institute for Advanced Study in Princeton berufen wurde.

Während des 2. Weltkrieges wirkte John von Neumann ab 1944 im "Manhattan-Projekt" mit. Durch die dabei anfallenden aufwendigen Berechnungen wie auch durch seine anderen Forschungsarbeiten (Hydrodynamik) war er auf die ersten großen Computer gestoßen, die zu der Zeit in Relais- oder Röhrentechnik arbeiteten und mühsam durch das Stöpseln von Kabeln programmiert werden mußten. Sein wesentlicher Beitrag auf diesem Gebiet war die Entwicklung einer universellen Computer-Architektur ("von-Neumann"-Architektur), die bis heute z.B. im PC wiederzufinden ist.

In seinen letzten Lebensjahren in Princeton war John von Neumann als Berater in wichtigen politischen und wissenschaftlichen Gremien tätig. Er starb am 8. Februar 1957 in Washington D.C. mit 53 Jahren.

Neben seinen herausragenden Leistungen in der Mathematik und Computer-Architektur hat John von Neumann wichtige Beiträge zur Physik (Quantenmechanik), zur Meteorologie (Strömungsdynamik) und zu den Wirtschaftswissenschaften (Spieltheorie) geliefert.

Literatur

  • N. Macrae: John von Neumann, New York, 1992
  • N.A. Vonneuman: John von Neumann: as seen by his brother, Meadowbrook, PA, 1987
  • Wikipedia-Eintrag zu John von Neumann
  • Ulf Hashagen, Johann Ludwig Neumann von Margitta (1903-1957) Teil 1: Lehrjahre eines jüdischen Mathematikers während der Zeit der Weimarer Republik
    Informatik-Spektrum, Volume 29, Issue 2, Apr 2006, Pages 133 - 141, DOI 10.1007/s00287-006-0072-1
  • Ulf Hashagen, Johann Ludwig Neumann von Margitta (1903-1957) Teil 2: Ein Privatdozent auf dem Weg von Berlin nach Princeton
    Informatik-Spektrum, Volume 29, Issue 3, Jun 2006, Pages 227 - 236, DOI 10.1007/s00287-006-0084-x

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